Bist du eher der Rüdentyp?

Oder magst du eher das sanfte, manchmal etwas zickige Gemüht einer Hündin?

Ob etwas besser ist, ist natürlich Ansichtssache. Aber es gibt große Unterschiede zwischen Hündinnen und Rüden. Genau die will ich in diesem Artikel beleuchten, damit du eine bessere Entscheidung treffen kannst.

Denn beim Kauf eines Hundewelpen oder auch bei der Aufnahme eines erwachsenen Hundes spielt das Geschlecht eine bedeutende Rolle. Viele ziehen Hündinnen den Rüden vor. Hündinnen gelten als ruhiger und leichter zu erziehen, während Rüden als schwieriger und dominanter gelten.

Pubertierende Hunde vergessen oft alle erlernten Kommandos, egal ob Rüde oder Hündin. Erst im erwachsenen Alter zeichnen sich die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern ab, die durchaus unseren Alltag unterschiedlich beeinflussen.

Jeder Hund hat seinen individuellen Charakter und der wird nicht vom Geschlecht bestimmt. Hündinnen und Rüden lassen sich oft schon Anhand der Körpergröße unterscheiden. Rüden sind sehr oft größer und haben einen robusteren Körperbau. Während Hündinnen schmaler sind und meistens auch deutlich weniger wiegen. Dementsprechend fressen sie auch weniger.

Hol ich mir mit einer Hündin etwa eine Diva ins Haus, die im Mittelpunkt stehen will und mir den Teppich versaut?

Es gibt Rüdenhalter, die behaupten das.

Ein Fünkchen Wahrheit mag drinstecken, aber es hört sich dramatischer an als es ist.

Das größte „Problem“ bei Hündinnen ist wohl tatsächlich die Läufigkeit. Sie tritt zweimal im Jahr ein und bedeutet, dass sie in der sogenannten „heißen Phase“ ist. In dieser Phase sondert sie einen für Rüden äußerst anziehenden Duft ab, der die Rüden fast zur Weißglut bringt.

Um dann Nachwuchs zu vermeiden, sollten Hündinnen wie auch Rüden in dieser Zeit, die meistens im Frühjahr und Herbst stattfindet, an die Leine genommen werden. Viele Hündinnen machen sich in dieser läufigen Zeit selbstständig und erkunden kilometerweit die Umgebung. Training und ein sicherer Zaun im Garten sind ganz wichtig.

Das ist bei Rüden aber noch ein ganzes Stück schlimmer, deswegen ist bei Hündinnen eher die Blutung ein Problem, die mit der heißen Phase einhergeht. Viele Hündinnen tropfen dann nämlich und das kann unschöne Flecken auf dem Teppich bedeuten.

Trauriger Hund auf Terrasse

Manche Hündinnen legen während der Läufigkeit häufig unerwünschte Verhaltensweisen an den Tag. Sie verhalten sich dann wie kleine zickige Hühner. Auch im Umgang mit anderen Hunden gibt es Hündinnen, die dann unerträglich werden können.

Sehr viel lässt sich zwar mit Training und einer tollen Mensch-Hund-Beziehung in Schach halten. Es ist aber wichtig zu wissen, dass Hündinnen naturbedingt zweimal im Jahr ihr Verhalten ändern, so dass es nicht zu Überraschungen kommt.

Da ist jede Hündin auch ein bisschen anders. Die eine ist zickig, die andere anhänglich und weicht einem nicht mehr von der Seite. Beides muss nicht schlimm oder nervig sein.

Um das Teppich-Problem zu verhindern, können wir unserer Hündin ein Hygienehöschen anziehen. Das ist eine Art Windel, die die Dame dann einfach ein paar Tage in der Wohnung trägt damit nichts auf dem geliebten Boden landet.

Die heiße Phase ist also nichts, was es zu verteufeln gilt.

Die erste Läufigkeit tritt meist zwischen dem 7. und dem 14. Lebensmonat auf.

Hündinnen können eine Scheinschwangerschaft bekommen

Etwa neun Wochen nach Ende der Läufigkeit, also der heißen Phase wo im Grunde kleine Welpen geboren werden würden, tritt bei manchen Hündinnen eine Scheinschwangerschaft auf.

In dieser Zeit benehmen sich Hündinnen sehr seltsam. Sie buddeln Löcher, suchen alles mögliche an Spielzeug, Ästen und Blätter zusammen und bewahren dieses dann dort auf. Sie sind in dieser Phase oft schnell auf hundertachtzig, also aggressiv und viel anhänglicher und haben keine Lust sich die Pfoten zu vertreten. In manchen Fällen produzieren sie sogar Milch.

Dabei sind sie nicht wirklich Schwanger, sie haben nur das Gefühl schwanger zu sein. Hündinnen leiden in dieser Phase natürlich auch und das zerrt an den Nerven beim Halter, da man nur das Beste für sie möchte.

Das Wesen einer Hündin zusammengefasst

Ok, das klang jetzt vielleicht ein bisschen danach, als wären Hündinnen etwas problematisch. Aber bis auf die zwei Phasen der Läufigkeit im Jahr haben Hündinnen natürlich auch ganz viele tolle Wesenszüge. Große Unterschiede gibt es dann zwar nochmal je nach Hunderasse. Die allermeisten Hündinnen sind jedoch einfühlsam, ruhig und nah beim Frauchen oder Herrchen. Sie sind nicht so wild wie Rüden und gehen alles etwas sanfter an. Ganz viel spielen und schmusen wollen sie alle.

Ich würde aber nicht sagen, dass sie einfacher sind zu erziehen. Sie tanzen einem genauso auf der Nase herum wie Rüden, wenn man sie machen lässt. Ich persönlich habe mir deshalb einen Rüden angeschafft, weil ich eben nicht diese wiederholenden „heißen Phasen“ wollte. Auch Scheinschwangerschaften sind übel, da die Hündin teilweise sehr leidet und aufgewühlt ist.

Ich denke, wenn das für dich kein Problem ist und du einen eher sanften Hund möchtest, stehen die Chancen mit einer Hündin glücklich zu werden sehr gut.

Rüden haben ihren eigenen Kopf, wollen alles und jeden markieren und denken doch eh nur an sich, oder?

Auch hier steckt wieder etwas Wahrheit drin.

Aber so einfach ist es natürlich nicht. Bei Rüden gibt es untereinander schon große Unterschiede. Der eine ist ängstlich, weil er sich vor einem stärkeren Rüden fürchtet. Der andere wiederum ist zu dominant und will jeden Baum markieren und jedes Spielzeug für sich beanspruchen.

Das sind jetzt zwar zwei krasse Beispiele, aber sie kommen relativ oft vor. Die allermeisten Rüden sind ein Mix aus beidem bzw. irgendwo dazwischen und sind angenehme Wesen.

Genauso wie Hündinnen sind Rüden auch sehr auf ihr Frauchen oder Herrchen fixiert. Bzw. bei einer Familie auf die Familie. Viele Rüden haben automatisch den Beschützerinstinkt, was im Alltag durchaus seine Vorteile haben kann. Nicht vergessen bei der Hofwache oder beim Bewachen der Wohnung.

Das größte „Problem“ bei Rüden ist wohl die „heiße Phase“ der Hündinnen. Also quasi der natürliche Trieb des Rüden nervt am meisten, um es direkt zu sagen. Jedes Mal wenn er eine läufige Hündin erschnuppert, was in der Regel mindestens zweimal im Jahr ist, geht das Gejammer los. Er würde dann am liebsten sofort zu ihr rennen und kleine, unglaublich süße Welpen machen. So ist die Natur.

Um das zu verhindern, gibt es eine einfache Methode. Den Rüden zu kastrieren. Ihm seine Männlichkeit also nehmen. Das kann auf zwei Arten passieren. Die dauerhafte Lösung (die ich nicht gut finde übrigens) oder per Hormonbehandlung. Bei der Hormontherapie wird ein Chip eingesetzt, der den natürlichen Trieb des Rüden für ein paar Monate unterbindet.

Hunde fröhlich im Wasser

Streitthema Kastration beim Rüden

Einen Rüden kastrieren zu lassen sollte niemals einfach so und zu schnell getroffen werden. Tierärzte verdienen natürlich an jeder Kastration einen guten Betrag. Deswegen liegt es vor allem an dir, die richtige Entscheidung zu treffen und vorher dich zu informieren. Auch deinen Hund solltest du genau beobachten und einschätzen. Ist es wirklich notwendig? Ganz oft nein.

Viele machen es dennoch aus Bequemlichkeit. Ich persönlich würde jedoch immer erst zum Chip greifen. Damit kann jeder Rüdenhalter erst einmal schauen, wie reagiert mein Rüde überhaupt auf diese krasse Umstellung. Schließlich ändert sich sein kompletter Hormonhaushalt und das macht was mit ihm. Nicht nur im positiven Sinn.

Es ist aber der falsche Ort hier im Detail auf das Thema einzugehen. Du sollst nur wissen, dass es im Gegensatz zu Hündinnen, bei Rüden akzeptierte und vertretbare Lösungen gibt, die den Rüden und seinen Trieb in Schach halten. Um tiefer in dieses Thema einzutauchen, empfehle ich dir wärmstens das Fachbuch von Udo Gansloßer und Sophie Strodtbeck.

Ich selbst habe Marley bisher auch nach 5 Jahren nicht kastrieren oder einen Chip einsetzen lassen. Es ist mir wichtiger, dass er sein kann wie ihn die Natur geschaffen hat. Seinen männlichen Fortpflanzungstrieb verteufle ich natürlich trotzdem manchmal.

Aber ich sag mir dann, dass er nichts dafür kann und es ist nur eine Phase. Die ist nach ein paar Tagen vorbei. Und ich merke auch, dass je älter er wird, desto weniger intensiv jammert er wenn er Hündinnen riecht. Es ist also vor allem in den ersten Jahren ein bisschen nervig aller paar Monate.

Das Wesen eines Rüden zusammengefasst

Anders als Hündinnen sind Rüden auf jeden Fall kraftvoller, haben einen Drang zum Beschützen und sind manchmal auch etwas holprig. Ich würde auf KEINEN Fall sagen, dass Rüden generell aggressiver als Hündinnen sind. Aggressionen beim Hund sind sowieso meistens eine andere Art der Angst und die lässt sich meistens mit dem richtigen Training bekämpfen.

Was aber stimmt, ist mehr dominantes Verhalten. Das liegt in ihrer Natur und kann mit leichten Übungen einfach trainiert werden, so dass sie ihr dominantes Verhalten deutlich zurückschrauben bzw. gar nicht erst so stark entwickeln.

Genauso wie Hündinnen wollen die allermeisten Rüden ganz viel kuscheln und spielen. Bei Begegnungen mit Artgenossen sind Rüden gerade im Umgang mit Hündinnen jedoch etwas aufgeschlossener als die Damen der Schöpfung. Hündinnen sind öfter wählerisch und wenn ihnen eine oder einer nicht passt, wird gezickt. Das erinnert mich ein bisschen an das Verhalten von uns Frauen.

Hunde haben sich lieb

Ich denke, wenn du einen eher robusten Hund möchtest, der einen schön und groß geformten Kopf hat (den haben nämlich meistens die Rüden) und dir die Sache mit dem Trieb zutraust, dann stehen die Chancen gut, dass du mit einem Rüden glücklich wirst.

Hast du dich schon entschieden?

Eins steht definitiv fest: Ein Hund, egal ob Hündin oder Rüde, ist eine Bereicherung fürs Leben. Ich würde meinen Marley niemals wieder hergeben, egal wie frech, dickköpfig oder triebgesteuert er manchmal auch sein mag. Er gibt mir unglaublich viel und die Liebe ist bedingungslos.

Hast du schon Erfahrung mit beiden Geschlechtern machen können? Oder aus welchen Gründen hast du dich für Hündin oder Rüde entschieden? Mich würde deine Meinung sehr interessieren, schreib sie doch in die Kommentare!

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