Dein Hund kommt nicht wenn du ihn rufst?

Der Rückruf ist für mich und viele andere Hundehalter eines der wichtigsten Kommandos die ein Hund unbedingt beherrschen sollte. Es ist alles andere als förderlich, wenn der Hund nur an der Leine laufen „darf“ und ihm dadurch quasi das Spielen mit anderen Hunden auf großen freien Flächen verwehrt wird.

Ich konnte schon bei mehreren beobachten, dass der Rückruf viele Hundehalter zur Verzweiflung gebracht hat und sie ihre Hunde nur an der Leine mit anderen Hunden spielen ließen. Was natürlich gar nicht gut ist, da erhöhte Verletzungsgefahr für das Tier besteht. Aber wie oft stand ich anfangs dumm da und habe wie verrückt Marley gerufen und der kleine Schlingel wollte einfach überhaupt nicht kommen. Er hat sich auch gerne einen Spaß daraus gemacht und mich richtig provokativ angesehen um anschließend frohen Mutes davonzuspringen.

Marley! Marleybubu! Marleyyyyyy! Hier! Komm! alles half nix. Selbst das Rascheln mit dem Leckerlibeutel hat ihn null interessiert. Kennst du diese Situation? 

Ich will gar nicht wissen, was die Leute gedacht haben müssen, die Marley und mich dabei beobachtet hatten. Ich total genervt, gestresst und peinlich berührt nur weil mein liebster Hund nicht hören wollte. Aber eigentlich egal, denn auch sie haben diese Phase durchgemacht, da bin ich mir sicher.

Warum kommt unser Hund nicht zu uns?

Oft ist es so, dass der Hund uns ignoriert sobald er etwas interessanter findet als uns. Denn komischerweise klappt der Rückruf immer dann, wenn er nicht durch irgendwelche anderen aufregenderen Dinge, wie Löcher zum Buddeln oder andere sich in der Nähe befindenden Hunde abgelenkt wird.

Der Hund muss einfach verstehen, dass sich das zu uns kommen auch lohnt. Er muss uns viel wichtiger und interessanter finden, als das Toben mit anderen Hunden, Geräusche, Buddellöcher oder das Jagen eines Vogels.

Was muss ich beachten?

Um einen erfolgreichen Rückruf zu sichern ist es wichtig, so früh möglich mit dem Training zu beginnen. Am besten sollte schon im Welpenalter oder spätestens im Junghundealter damit begonnen werden. Denn bei einem erwachsenen Hund wird das Training viel schwerer und schweißtreibender.

Das Heranrufen, beziehungsweise die Folgebreitschaft des Hundes zu erlangen ist kein einfacher Weg. Wir müssen viel Geduld aufbringen, denn es wird eine lange, ausgiebige und konsequente Trainingsphase. Das Üben von Kommandos wie „Sitz“ und „Platz“ sind ein Witz dagegen. Selbst, wenn der Hund dieses Erziehungsziel einmal erlernt hat heißt das nicht, dass es auch ein Leben lang funktioniert. Du musst immer dran bleiben!

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Warum ist das Training so schwierig?

Ich denke diese Frage stellen sich viele Hundehalter. Ich habe immer mal wieder gehört, dass das Fehlverhalten des Hundes nicht an ihm, sondern am Hundehalter liegt. Viele wollen gar nicht war haben, dass sie selbst der Fehler dieses Szenarios sein können.

Oft wird der richtige Zeitpunkt zum Üben verpasst. Hundehalter wollen ihren Hunden was Gutes tun und ihm ausreichend Freilauf gewähren, damit der Kleine sich so richtig austoben und seine Umwelt erkunden kann. Aber dadurch distanziert sich der junge Hund sehr weit von uns, so dass wir ihn im schlimmsten Fall nicht mehr im Sichtfeld haben. Dadurch verringert sich die Trefferquote beim Rückruf. Erst dann realisieren wir, ups unser Hund kommt nicht.

Je öfter wir unserem Liebling erlauben seine Umwelt unkontrolliert zu genießen (Bsp. Jagdtrieb), desto häufiger wird er diese Gelegenheit nutzen.

Bevor du deinen Hund in den Freilauf entlässt ist es wichtig, dass du dir vorher die Umgebung ganz genau anschaust, um herannahende Hunde, Menschen oder andere für deinen Liebling interessante Dinge vor ihm siehst.

Falls du auch einen neugierigen Hund hast der zu allem und jedem hinrennt, obwohl er das gar nicht soll ist das richtig besch*****. Denn das kann ganz schön in die Hose gehen, da nicht alle Menschen Hunde mögen und das an dir auslassen. Ich habe schon von Fällen gehört, wo schnell mal ne Anzeige ins Haus geflattert ist nur weil der liebe Hund einer Person „Hallo“ sagen wollte. Aber nicht nur Menschen, sondern auch andere Hunde können richtig aggressiv werden und deren Halter juckt das überhaupt nicht.

Die Schleppleine, ein super Hilfsmittel zum Üben

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Wenn du zu viel Angst hast deinen Hund freizulassen, weil er auf den Rückruf in keinerlei Hinsicht reagiert, legst du dir eine Schleppleine zu (dieser hier ist zum Beispiel sehr gut). Schleppleinen gibt es in verschiedenen Längen. Am Anfang reicht eine circa 5 m lange Schleppleine.

Der Hund darf sich an der Schleppleine frei bewegen, zumindest soweit er kann. Lauf ein Stück mit deinem Hund und rufe ihn dann zu dir. Zuerst wird er mit dem Namen angesprochen und anschließend mit dem entsprechenden Kommando „Hier“, „Komm“ oder einem Pfiff gerufen. Wenn er dann zu dir gelaufen kommt lobst du ihn richtig ausgiebig sei es mit Futter, freudiger Stimme oder einem Spielzeug. Das ist ganz dir überlassen.

Ganz wichtig! Rufe deinem Hund nicht 3x oder 4x mal, das bringt dir gar nichts. Der Hund sollte spätestens beim 2. Mal zu dir zurückkommen. Kommt der Hund nicht beim 2. Mal sagst du wieder den Name, das Kommando und ziehst ihn mittels der Schleppleine zu dir heran. Das wiederholst du mehrmals.

Funktioniert das Training an der Schleppleine gut, kannst du versuchen den Hund wieder in den echten Freilauf zu entlassen. Merke dir, dass du ein festes Kommando festlegst und nicht heute „Hier“ morgen „Komm“ und übermorgen „Fuß“.  Der Hund kommt so nur durcheinander.

Kommt der Hund nicht, dann renne bitte nicht hinterher um ihn einzufangen. Ich habe die Erfahrung machen können, dass mein Marley dann „Fang mich doch“ mit mir gespielt hat und das war absolut nicht lustig. Und zudem sieht das einfach nur lächerlich aus, wenn man seinem eigenem Hund hinterherrennt.

Der Hund wird auch gar keine Lust haben auf den Rückruf zu reagieren wenn er dann immer nur angeleint wird. Das kann ich aber auch verstehen, denn ich hätte dann auch keine Lust mehr zu mein Frauchen zu laufen. Der Rückruf sollte bei allen Familienmitgliedern gleich gehandhabt werden, ohne Ausnahme.

Tipp: Wenn ich mit Marley unterwegs war und er frei lief aber nicht hören wollte, habe ich einfach die Richtung gewechselt oder mich versteckt. Natürlich habe ich ihn dabei immer im Auge behalten. Als ich mich dann hinter einem Busch versteckte und „Hier“ rief, schaute er wo ich bin und kam schlussendlich zu mir, weil er nicht allein sein wollte. Das klappt in der Regel mit allen Hunden, die irgendwie einen Bezug zu ihren Haltern haben. Probier es doch einfach aus, wenn du verzweifelt bist! 🙂

Zum Schluss noch ein Video. Marley der kleine Streber zeigt dir, wie das mit dem Rückruf funktioniert. 🙂

Das Training sollte in jeden Spaziergang eingebaut werden. Dabei musst du immer schön ruhig bleiben, egal wie schei*** es gerade läuft. Immer schön dran bleiben. Es kann schon mehrere Monate dauern bis der Hund den zuverlässigen Rückruf beherrscht.

Ich wünsche dir viel Glück. 🙂

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