Marley liebt das Training mit dem Futterdummy mittlerweile so sehr, dass er jedes Mal darauf achtet, dass ich den Dummy auch ja mitnehme. Wenn ich ihn nicht mitnehme, wird er direkt nervös und versucht mir klar zu machen, dass ich doch bitte an den Dummy zu denken habe.

Das war aber nicht immer so. Im ersten Jahr habe ich mich ziemlich lange gewundert, warum er denn so gar keinen Spaß am Training mit dem Dummy hat. Ein oder zweimal apportierte er ihn, das war es dann aber auch schon und ich musste mir etwas anderes einfallen lassen. Dabei hieß es doch immer, dass Golden Retriever die optimalen Apportierer wären. Tja, scheinbar brauchte er seine Zeit.

In den letzten Monaten hat sich das Blatt komplett gewendet und er will jetzt nicht mehr ohne Dummy aus dem Haus gehen. Regelmäßig trägt er dabei seinen Dummy im Maul zum Teil hunderte Meter weit bis zum Übungsplatz namens Wald. Natürlich ohne Unterbrechung. Wenn schon denn schon. 😉

Es muss also nichts heißen, wenn der Hund gerade jetzt in diesem Moment so mal gar keine Lust auf das Dummy werfen hat. Nicht jeder Hund scheint auf Anhieb wie seine Vorfahren über Holz und Stein zu jagen, stets dem geschossenen Dummy hinterher. Nicht aufgeben und dranbleiben ist da wohl das beste. Das Training mit dem Dummy hat schließlich einige Vorteile, die nicht zuletzt auch die Mensch-Hund-Beziehung betreffen. Und genau diese kann ja nicht eng genug sein.

Außerdem macht es mir unglaublich Spaß, immer wieder einen anderen Dummy einzusetzen. Mittlerweile habe ich eine kleine Sammlung beisammen und Marley darf sich jeden Tag einen aussuchen, den wir dann auf unsere Tour mitnehmen. Ich kann dir das Training mit dem Dummy also nur empfehlen, es macht super viel Laune, ist total einfach und überall durchzuführen und lässt so einige Missstände abtrainieren, die sich vielleicht eingeschlichen haben.

Aber was genau ist denn ein Dummy überhaupt?

Ein Dummy stellt die Beute nach. Da viele Hunde von Natur aus einen Jagdtrieb besitzen, ist es sinnvoll, diesen Trieb für etwas Positives zu nutzen. Schließlich ist es allemal besser, dass wir ihm die Beute quasi zur Verfügung stellen und ihm erlauben, sie zu „jagen“ bzw. zu apportieren. Die Gefahr ist sonst nämlich ziemlich groß, dass er über andere Wege sich seine Beute selbst sucht. Zwar nicht im Sinne von, dass er etwas erlegen muss. Sondern einfach indem er häufig auf der Suche nach Fährten ist.

Mit dem Dummy ist es viel einfacher, den jagdgetriebenen Hund seiner Abstammung entsprechend zu fördern und auszulasten. Am Anfang fängt man am besten auf einer übersichtlichen Wiese an und steigert sich dann immer weiter, um ihn neue Reize zu geben und die Aufgabe an sich einfach etwas schwieriger für ihn zu gestalten.

Den Dummy gibt es in unterschiedlichen Varianten. Es gibt normale Futterdummys oder Dummys, die leuchten oder sich besonders weit werfen lassen und welche extra fürs Wasser. Sie gibt es aber auch in unterschiedlichen Größen, so können große, als auch kleine Hunde ihren Spaß daran finden.

Sie werden meist aus Segeltuch oder Canvas Stoffsäckchen hergestellt. Polstern bzw. füllen kann man sie entweder mit Kunststoffgranulat oder Sägemehl. Zusätzlich lässt sich dann auch jede Art von Futter reinpacken. Manchmal gebe ich einen Teil seiner Tagesration in den Futterdummy, welche er sich draußen „erkämpfen“ muss. Selbst das Nassfutter bzw. das rohe Fleisch kannst du ihm so als besondere Belohnung beim Training mit dem Dummy überreichen.

Wieso ist das Training mit dem Dummy so effektiv?

An Marley konnte ich es gut beobachten. Seit er am Training mit dem Dummy mehr Freude empfindet, hat sich auch unsere Beziehung zueinander merklich verbessert. Ich meine, sie war zwar vorher auch schon intensiv. Aber wir hatten gerade in der Pubertät noch einige Schwierigkeiten was den Abruf unter Ablenkung angeht. Zum Beispiel fand er schon immer Spaziergänger oder andere Herrschen super interessant. Und auch Kinder, die ihn von Kopf bis Pfote durchknuddelten, fand er total spannend.

Dass es in solchen Situationen nie wirklich brenzlig wurde, ist einzig und allein seinem behutsamen und lieben Wesen zu verdanken. Dass das aber natürlich trotzdem auf Dauer nicht sein kann, war mir von Anfang an klar. Nur ist es gar nicht so einfach, den Hund eben doch davon abzuhalten, zum Spaziergänger zu rennen, wenn er gerade Freilauf hat und er in der Blüte seiner pubertierenden Phase ist. Und, außerdem, er dann auch noch fein die Belohnung von den Spaziergängern bekommt. Sei es in Form von streicheln oder kleinen Leckereien. So wird das auf Dauer definitiv nichts.

Für mich und Marley war ab diesem Zeitpunkt das Training mit dem Dummy die optimale Lösung. Der Dummy hatte zur Folge, dass er sich nur auf ihn und mich konzentrierte. Alles andere klammerte er immer häufiger aus und unsere Beziehung wurde inniger. Der Dummy hat also vor allem den Vorteil, sich mit den ganzen Gegenmaßnahmen fast überhaupt nicht herumschlagen zu müssen, die wir einleiten müssten, wenn der Hund eben doch zum Spaziergänger hinrennt. Wird stattdessen regelmäßig der Dummy geworfen und versteckt, regeln sich solche Unstimmigkeiten fast von selbst. Zumindest habe ich das so bei Marley festgestellt und ich bin ziemlich froh darüber, dass es so geklappt hat.

Positiv wirkt sich das Training mit dem Dummy aber auch auf die körperliche Auslastung des Hundes aus. Egal ob das im Wasser oder im Wald oder auf der Wiese passiert. Beim Apportieren steckt er seine volle Sinneskraft in die Nase und vor allem die Nasenarbeit ist es, die einen Hund fördert. Er hat immensen Spaß daran und ein paar Minuten genügen bereits.

Fehler beim Dummytraining

Im Training mit dem Dummy lernen wir genauer auf unsere eigene Körpersprache als auch auf die unseres Hundes zu achten. Es reicht manchmal schon eine kleine Bewegung unsererseits die den Hund daran hindert uns den Dummy oder sonstiges zu bringen. Der Hund wird beispielsweise weniger Lust daran haben uns die Beute zu bringen, wenn wir frontal zu ihm stehen.

Ich hatte dieses Problem bei Marley. Also habe ich einfach mal meine Position geändert und mich hingehockt und daraufhin kam der kleine Knirps auch schon mit dem Dummy im Maul zu mir gelaufen. Ich war damals so froh als er mir den Dummy gebracht hat, denn ein Golden Retriever sollte doch wohl apportieren können. 

Auf Körpersprache achten

Anfangs hatte ich einen großen Fehler begangen und meine Hand viel zu früh ausgestreckt. Keine Ahnung warum ich das gemacht habe, es war eher eine unbewusste Handlung. Aber jetzt weiß ich, dass man das lieber lassen sollte, denn eine zu früh ausgestreckte Hand kann auf den Hund bedrohlich wirken. Der Hund könnte mit der ausgestreckten Hand bereits verknüpft haben den Gegenstand fallen zu lassen. Also heißt das, dass er den Gegenstand womöglich zu früh fallen lässt – wenn ihr eure Hand vorzeitig ausstreckt. So schnell kann es passieren, ein falsches Körpersignal und das Apportieren bleibt erfolglos.

Vertrauen zwischen Mensch und Hund

Es ist ganz wichtig, dass ihr euren Hund genau beobachtet um sein Ausdrucksverhalten deuten zu können. Das Dummytraining hilft eine gute Vertrauenbasis zwischen euch und eurem Hund aufzubauen. Der Hund lernt, dass ihr im dem Apportiergegenstand nicht einfach wegnehmt ohne ihn fürs Bringen zu belohnen. Er lernt, dass ihr ihn nie in die falschen Richtung zum Dummysuchen schickt. Ihr lernt eurem Hund zu vertrauen, indem er den Dummy immer schön zu euch bringt.

Das Vertrauen und die Bindung des Hundes wird vor allem durch die Erfüllung der Bedürfnisse gestärkt. Das Dummytraining trägt viel dazu bei, dass der Hund lernt euch mehr Vertrauen zu schenken.

Dummytraining sorgt für optimale Auslastung

Beim Apportieren wird nicht nur der Geist sondern auch der Körper angestrengt, was super ist. Denn so wird er doppelt gefördert. Natürlich sollten wir immer darauf achten, dass unser Hund nicht überfordert wird. Die Gesundheit steht immer an 1. Stelle.

Muskeln aufwärmen

Das mag vielleicht komisch klingen aber der Hund sollte sich vor dem Apportieren etwas aufwärmen. Das können ein kurzer Spaziergang, Dehnübungen oder unterschiedliche Gangarten sein. Sind die Muskeln nicht richtig aufgewärmt kann sich unser kleiner Liebling nämlich auch mal schnell Bänder-und Sehnenrisse zuziehen, da die Fellmäuse beim Training blitzartig losrennen.

Ein gut strukturiertes Apportiertraining kann sehr zu Stärkung der Bindung beitragen und das in vielen Bereichen. Dabei ist es aber auch wichtig, dass der Hund nicht überfordert wird oder Langeweile empfindet. Denn das führt nur dazu, dass er die Lust am Training verliert. Achtet darauf, dass das Training immer mit einem Erfolgserlebnis abschließt.

So wird das Training erfolgreich

Das Dummytraining soll die Beziehung zwischen euch und eurem Hund stärken, beziehungsweise festigen. Die folgenden Punkte führen zu einem erfolgreichen Training:

  • Spaß und Freude am Training
  • stetig neue Ziele setzen
  • strukturierter Aufbau des Trainings
  • Zeit und Geduld im Training

Das Apportieren muss nicht immer perfekt ausgeführt werden, es kann auch ruhig mal ein „Spaßwurf“ zwischen drin sein, ohne das er auf ein Kommando von euch warten muss.

Es ist auch nicht so schlimm, wenn der Hund den Dummy nicht gleich bringt, sondern ihn einfach ablegt, damit verschwindet oder auf Schnuppertour geht. Er ist eben auch nur ein Hund. Also bitte bestraft ihn nicht dafür, damit erreicht ihr eh nur das Gegenteil. Ihr solltet eher darüber nachdenken, wie ihr das Training etwas anders gestalten könnt um das Apportieren zu verbessern.

Wie der Trainingsaufbau ablaufen soll, liegt ganz bei euch. Bei mir muss Marley nicht unbedingt ganz nah neben mir sitzen oder andere Regeln befolgen, schließlich will ich mit ihm keine Prüfung ablegen. Es lohnt sich auf jeden Fall das Dummytraining auszuprobieren, ihr werdet sehen, dass es sehr großen Spaß machen kann.

Marley und ich üben zur Zeit gern mit dem Futterdummy von „Hunter“. Marley liebt ihn, aber ich denke das liegt eher an den Leckereien die sich darin befinden. 

Hunterdummy

Die unterschiedlichen Dummyarten für alle möglichen Einsatzorte

Zum Schluss wollen wir noch einen kleinen Blick auf die unterschiedlichen Arten von Dummys werfen, da es längst nicht nur eine Dummyart gibt. Die Auswahl ist nämlich riesig und je nachdem wo man mit dem Hund üben möchte, stehen verschiedene Dummys zur Verfügung.

Der Standartdummy

Dieser Dummy ist für die meisten Einsatzgebiete geeignet und gehört eigentlich in jeden Hundehaushalt. In der Regel bestehen sie aus Segeltuchsäckchen und sind mit Sägemehl befüllt.

Der Futterdummy

Futterdummys sind eine gute Möglichkeit das Apportieren zu trainieren, denn man kann sie mit Leckerchen befüllen und eignen sich daher auch für junge Hunde in der Lernphase sehr gut.

Der Felldummy

Felldummys sind wie es der Name schon sagt überzogen mit Fell und eignen sich daher ziemlich gut für das Training auf dem Feld.

Der dreiteilige Dummy

Diese Dummys sind in drei Bereiche unterteilt und eignen sich hervorragend um das Tragen von Wild oder generell das Tragen von Dummys im fortgeschrittenen Stadium zu üben.

Der Dummy Ball

Ja, auch runde Dummys gibt es. Sie eignen sich aufgrund ihrer guten Schwimmeigenschaften in erster Linie auch für das Wassertraining.

Der Speedy Dummy

Der Speedy Dummy ermöglicht einen schnellen, weiten Wurf ohne großen Kraftaufwand. Durch das geringe Gewicht ist er einfacher aufzunehmen und daher gerade für Welpen und kleine Hunderassen gut geeignet.

Der Bumper Dummy

Bumper Dummys eignen sich perfekt für die Wasser- und Feldarbeit.

Der Hunting Dummy

Auch der Hunting Dummy eignet sich gut für das Wassertraining.

Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen das sehr, sehr effektive Dummy-Training ein wenig schmackhaft machen und ihr fangt demnächst auch mit eurem Hund an zu üben. Ich wünsche euch viel Spaß. 

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