Futterneid beim kleinen Welpen ist leider kein seltenes Verhaltensmuster.

Aber auch erwachsene Hund können dieses Verhalten zeigen, zum Beispiel wenn es ihnen frühzeitig im Welpenalter nicht abgewöhnt wurde oder weil es sich später entwickelt hat.

In den allermeisten Fällen ist Futterneid eine Folge von Angst und menschlichem Fehlverhalten. Oft reicht es schon, dieses Fehlverhalten abzustellen und es stellt sich schnell eine Besserung ein.

Viele Hundehalter schämen sich für ihren futterneidischen Hund und verschweigen dies oft gegenüber anderen Hundebesitzern oder sogar ihrem Trainer.

Dabei wird der Futterneid des eigenen Welpen oft falsch gedeutet und kann zu echten Problemen in der Hund-Mensch-Beziehung führen, die sich im Erwachsenenalter nur wieder sehr mühsam korrigieren lassen.

Wie kommt es dazu, dass der Hund futterneidisch wird?

Der Futterneid entwickelt sich meistens schon in der Welpenphase.

Viele (unerfahrene) Züchter machen leider immer wieder den Fehler, dass sie alle Welpen aus einem einzigen Napf – einem sogenannten Ringnapf – fressen lassen.

Das führt dazu, dass sich der Welpe gegenüber seinen Geschwistern durchsetzen muss und das Futter viel zu schnell herunterschlingt, damit er auch genug davon abbekommt. Es scheint also ein vollkommen normales Verhalten zu sein – zumindest den Umständen entsprechend.

Aber warum verteidigt mein Hund sein Futter?

Hunde verteidigen etwas, wenn sie Angst haben!

Es könnte ihnen schließlich ganz schnell weggenommen werden.

Ähnliches kennen wir zum Beispiel auch von Kindern, die zum Teil ihre Spielsachen verteidigen. Dieses Verhalten liegt in der Natur des Hundes und nennt sich Ressourcen-Verteidigung.

Der Futterneid hat also rein gar nichts mit Dominanzverhalten zu tun, so wie es manchmal heißt, sondern vielmehr die Verlustängste des Hundes lösen dieses Verhalten aus!

Denn selbst rangniedrigere Hunde innerhalb eines Rudels verteidigen ihr Futter gegenüber ranghöheren. Das muss nicht immer der stärkste Hund sein, sondern ist ganz oft der klügste und selbstsicherste Hund.

Das Futter hat beim Hund einen genauso hohen Stellenwert wie auch bei uns. Was auch irgendwie klar ist, denn Nahrung ist nun mal lebensnotwendig.

Es mag auch Hunde geben, bei denen das Futter nicht an erster Stelle steht, aber so einen habe ich noch nicht kennengelernt. Mein Marley, der Schlingel, frisst jedenfalls für sein Leben gern.

Hilft es, wenn ich meinem Welpen das Futter wegnehme?

Vielleicht hast du schon mal davon gehört, dass man seinem Welpen anfangs ab und an mal das Fressen wegnehmen sollte, um eventuell später auftretenden Futterneid vorzubeugen. Also so, dass du während er gerade frisst, einfach den Napf wegnimmst und er nicht weiter fressen kann.

Die Meinungen gehen bei diesem Thema ziemlich stark auseinander.

Ich muss zugeben, dass ich ebenso geteilter Meinung bin, da ich als Trainer meines Hundes (quasi der Rudelführer) einfach die Möglichkeit haben muss meinem Hund das Futter wegnehmen zu können, ohne dass er mir gegenüber aggressiv wird.

Ich muss meinem Hund einfach nur die Sicherheit vermitteln, dass er sein Futter auch wirklich wiederbekommt. Und zudem muss ich meinem Hund auch irgendwelche Fremdkörper (Stöcke, Giftköder usw.) aus dem Maul nehmen können, weil ich ihn dadurch schützen will. Das ist gerade für später im Erwachsenenalter ganz wichtig, gerade auch im Umgang mit fremden Menschen.

Die Gegenstimmen behaupten jedoch, dass man mit dem „Wegnehmen“ des Futters den Hund schlichtweg verunsichert und er gar nicht nachvollziehen kann warum wir so handeln. Schließlich zieht man seinem Kind ja auch nicht das Essen vor der Nase weg.

Ja, was denn nun?

Ich sehe es mehr so, dass es wichtig ist, ein enges Vertrauensverhältnis zum eigenen Hund aufzubauen. Wenn dieses Vertrauen da ist und es auf Gegenseitigkeit beruht, dann ist Futterneid überhaupt kein Thema.

Denn dann muss der Hund keine Angst haben, dass er sein Futter nicht bekommt oder ihm etwas weggenommen wird. Man sollte es also nicht übertreiben und mit dem Wegnehmen das Vertrauen zerstören.

Bei befreundeten Hundehaltern, bei denen der Hund ein ähnliches „schlechtes“ Verhalten zeigte, spielte quasi immer das fehlende Vertrauen eine entscheidende Rolle. Wenn der Hund nicht einmal zum Halter Vertrauen hat, dann erst recht nicht zu fremden Hunden oder Menschen.

Ich finde es daher durchaus sinnvoll, gleich im Welpenalter damit anzufangen und ein paar Mal (nicht ständig!) das Futter wegzunehmen und direkt wieder hinzustellen.

Sei dabei immer ruhig (kommentarlos) und ohne Stress!

Der Stress oder deine Nervosität würde sich sonst sofort auf den Welpen übertragen.

Als Marley noch ein Welpe war klappte das von Anfang an prima und problemlos. Er zeigte überhaupt keine Anzeichen von Aggressivität, sondern guckte nur etwas verdutzt.

Wie gesagt, das beiderseitige Vertrauen ist das A und O!

Futterneid kann zu einem richtig großen Problem werden!

Ich sehe das mit dem Futterneid insgesamt schon sehr kritisch, da es richtig ausarten kann.

Hier mal ein Beispiel:

Es ist Herbst und die Äpfel fallen vom Baum. Ein Hund findet Gefallen an den Äpfeln, will sie gerade verspeisen, da kommt ein anderer Hund und knurrt ihn aggressiv an, schnappt sich einen Apfel und verschwindet. Gleiches macht dieser Hund auch dann, wenn der erste Hund ein Kind wäre. Und das könnte dann wirklich zum Problem werden.

Ein Szenario, das ich recht häufig auf meinen Touren erlebe und glaubt mir, es ist kein schöner Anblick wenn der eigene Hund so angegangen wird. Vor allem weil er nichts gemacht hat.

Wenn ich die Halter dieser Hunde darauf anspreche, wirken sie meist ratlos und selbst ein wenig ängstlich. Was mich dann oft darin bestätigt, dass hier wahrscheinlich die Vertrauensbasis zwischen Hund und Mensch nicht stimmt.

Die Angst der Halter überträgt sich auf den Hund und dieser neigt dann wiederum zu diesem Verhalten. Das ist leider sehr typisch!

Aber man kann dagegen etwas unternehmen. Hier meine Tipps:

1. Tipp gegen Futterneid: Ihm die Angst nehmen & Vertrauen aufbauen

Schritt 1 ist, dass du ab sofort deinem Hund nur noch die Hälfte seiner normalen Futterration in den Napf gibst. Ich hoffe du hast einen guten Futternapf, aus dem dein Hund entspannt fressen kann.

Im 2. Schritt gibst du deinem Hund, während er gerade frisst, den zweiten Teil seiner normalen Futterration in den Napf. Mache es am besten so, dass du mehrmals zum Napf gehst und einen kleinen Teil hinzugibst. Stoße ihn dabei nicht weg und lass ihn fressen, während du ihm weiter Futter gibst.

So lernt dein Hund, dass du ihm nichts Böses willst und er dir vertrauen kann, da du ja nur seinen Napf weiter auffüllen möchtest. Da fressen seine Lieblingsbeschäftigung ist, wird er nichts dagegen haben. Er wird dich eher noch dankend angucken.

Außerdem kannst du es so handhaben, dass du deinen Hund erst auf Hörzeichen fressen lässt. Marley lasse ich zum Beispiel erst sitzen und dann mit „ok“ darf er fressen.

Ich finde es nicht gut, wenn er mir wie ein Wilder beim Auffüllen des Napfs seine Nase entgegenstreckt. Es sollte möglichst gesittet und ruhig zugehen, das ist besser für beide Seiten. Aber das kann jeder handhaben wie er möchte. Ich fahre mit der ruhigen Art sehr sehr gut.

Ganz wichtig ist aber: Dein Hund sollte in aller Ruhe fressen können, ohne das ständig Leute hin und her laufen oder ihn irgendwelche Geräusche ablenken!

Auch kleine Kinder sind bei Futterneid eher problematisch…

Denn wenn dein Hund aktuell futterneidisch ist, er also aggressiv reagiert wenn ihm etwas weggenommen wird oder man ihm irgendwie in gewissen Situationen zu nahe kommt, dann solltest du besser vermeiden, dass er von Kindern gefüttert wird.

Warum?

Für Hunde sind Kinder in erster Linie Spielkameraden! Das kann leider zu argen Problemen führen.

Kinder werden nicht als Rudelführer bzw. nicht als Respektperson anerkannt. Das liegt vor allem daran, dass sie hektische Bewegungen machen und relativ laut sind. Da Hunde sehr empfindlich sind was Geräusche angeht, reagieren sie unterschiedlich sensibel auf Kinder.

Das ist auch der Hauptgrund dafür, warum Kinder besonders oft von Hunden gebissen werden. Kinder provozieren unbewusst die Angst des Hundes und daraufhin eine sehr sehr schlecht Reaktion des Hundes, indem er zuschnappt.

Das wollen wir hier natürlich aber um jeden Preis verhindern, daher ist es wichtig Kinder für Hunde zu sensibilisieren. Den Kontakt zu Hunden zu meiden ist kontraproduktiv und bewirkt eher das Gegenteil. Nämlich noch mehr Angst.

Wenn dein Hund also in der Vergangenheit von Kindern gefüttert wurde, dann sollte das erst einmal eingestellt werden. Sein Futter sollte er fürs Erste nur von Dir bzw. einer erwachsenen Vertrauensperson bekommen.

Sehr hilfreich ist dabei auch ein fester Futterplatz! Dieser vermittelt ihm, dass er dort immer wieder in Ruhe fressen kann. Stichwort: Vertrauen!

Beim täglichen Training darfst du ihn natürlich aber auch aus der Hand mit Leckerlis belohnen. Aber auch dabei solltest du auf Ruhe und innere Gelassenheit achten.

Du wirst sehen, wie schnell du mit Ruhe Erfolge erzielen wirst!


Meine Empfehlungen für Hundehalter

Perfekte Fellbürste Den Furminator (bei Amazon) nutze ich schon seit Jahren. Mit ihm bekomme ich bei Marley spielend das Unterfell raus, so habe ich deutlich weniger Haare im Haus. Absolutess Muss!

Die Weißheit alter Hunde Dieses Buch empfehle ich jeden, der sich wünscht, gelassener zu sein. Sich weniger aufzuregen über alltägliche Sachen. Das Buch (bei Amazon) vermittelt es vor allem für Hundehalter sehr angenehm und leicht.

Gelenktabletten Nahezu alle Hunde sind anfällig für Gelenkbeschwerten. Um das Risiko zu verringern, gibt es Ergänzungsfutter (bei Amazon). Besonders mittelgroße und große Hunde profitieren davon.


2. Tipp gegen Futterneid: Training mit dem Futterdummy

Jeder Hund mag sein Futter über alles!

Und du bist die einzige, die die Macht über sein Futter hat. Er ist ja schließlich kein Wolf mehr und besorgt sich sein Futter selbst, auch wenn er das vielleicht manchmal denkt. 😉

Um Futterneid zu korrigieren, müssen wir ihn unbedingt da packen, wo er all seine Aufmerksamkeit reinsteckt.

Und zwar ist das sein Futter!

Wenn er begreift, dass er der liebste Hund der Welt sein muss, um sein Futter zu bekommen, dann ist Futterneid ganz schnell kein Thema mehr.

Meine Erfahrung ist, dass das auf spielerische Art und Weise mit Futterdummys am besten funktioniert. Unabhängig von Hunderasse und Alter. Der eine Hund mag das Spiel mit dem Futterdummy zwar mehr als der andere. Aber spätestens wenn der Hunger groß ist, hat jeder Hund mit etwas Übung riesigen Spaß am Training mit dem Futterdummy.

Futterdummys sind der einfachste Weg, Vertrauen und Bindung zu deinem Hund aufzubauen. Auch deine Kinder können auf eine spielerische Art mit dem Dummy Vertrauen zum Familienhund aufbauen und legen dadurch selbst Ängste ab.

Ein Futterdummy gehört meiner Meinung nach absolut in jeden Hundehaushalt!

So gestaltest du das Training mit dem Futterdummy

Schritt 1 ist, dass du deinem Hund 24 Stunden das Futter entziehst.

Er wird natürlich rumnörgeln, aber das musst du aushalten.

Am nächsten Tag nimmst du dann den Futterdummy und befüllst ihn mit seinem Futter (egal ob Trockenfutter, Leckerli oder Nassfutter). Danach kann es auch schon losgehen.

Gehe mit deinem Hund auf eine schöne große Wiese, wo ihr möglichst ungestört seid. Werfe den Dummy ein Stück weg von dir und lasse deinen Hund ihn zurückholen.

Falls das nicht direkt auf Anhieb klappt und er mit dem Dummy irgendwo anders hinrennt, dann verwende eine Schleppleine um ihn anzustupsen, damit er zu dir zurückkommt.

Du kannst dann auch gleich das Signal „Bring her“ einbauen. Auf dieses Kommando bringt er in Zukunft den Futterdummy zurück.

Wenn er den Dummy zu dir zurückbringt, lässt du ihn sofort einen großen Happen aus seinem Dummy fressen. Halte den Dummy in den Händen, während er frisst.

Dadurch schöpft er Vertrauen und die Beziehung zwischen dir und deinem Hund wird gestärkt. Er merkt, dass er mit dir zusammenarbeiten muss, um sein Futter zu bekommen. Er wird sein Verhalten also überdenken. Das führt wiederum dazu, dass er nach und nach keine Angst mehr um sein Futter haben muss und das anfängliche Problem des Futterneids wird behoben.


Lesetipp: So gehst Du das Training mit dem Dummy richtig an


Gebe auf jeden Fall nicht auf, auch dann nicht wenn es Rückschläge gibt. Nichts funktioniert von heute auf morgen. Gebe deinem Hund die nötige Ruhe und überfordere ihn nicht. Manchmal sind es nur kleine Stellschrauben die gedreht werden müssen.

Das Training mit dem Dummy ist auf alle Fälle ein vielseitiges Kreativspiel, wo viele Hunde Spaß dran haben. Und es eignet sich hervorragend zum Beziehungsaufbau.

Meine Dummy-Empfehlungen für Dich

Dummys (oder Futterattrappen bzw. Beuteattrappen genannt) gibt es in vielen unterschiedlichen Varianten.

Am liebsten sind mir die Futterdummys, da ich mit ihnen überall trainieren kann. Auch im Wasser, im Matsch und selbst im Schnee. Als Material nutze ich daher vor allem Polyester. Das ist reisfest und widerstandsfähig. Es lässt sich zudem gut reinigen.

Ich habe drei Dummy-Empfehlungen für dich.

So, jetzt liegt es nur noch an Dir, dass sich der Futterneid deines Lieblings verabschiedet!

Lege am besten sofort los, jetzt bist du schließlich motiviert. 🙂

Falls ich dir noch irgendwie helfen kann, schreib mir gerne in den Kommentaren.

Und falls Du noch andere Lösungen gegen Futterneid hast, dann lass uns alle teilhaben. Wir sind doch alle Hundefreundinnen, die nur das Beste für ihre Goldnasen wollen.

In diesem Sinne: Gutes Gelingen!

Zeig mir Deine Liebe und teile diesen Beitrag!

PS: Kennst du schon meine natürliche Hundemarke aus Rosenholz? Sie kann mit deiner eigenen Gravur angefertigt werden und ist somit etwas ganz Besonderes für deinen Liebling. Natürliche Hundemarke aus Holz