Ich finde es selbst nicht toll, aber ich bin gerade niedergeschlagen. Sehr sogar. Gleichzeitig bin ich aber auch einfach nur unglaublich froh, dass es so aufmerksame Mitmenschen gibt und deshalb Marley noch einmal ungeheures Glück hatte. Danke dafür. Wirklich, danke!

Als Hundehalter ist es ja manchmal schwer, sich selbst nicht zu hassen. Für die eigene Unfähigkeit, die man in der einen oder anderen Situation zeigt. Aber manchmal denke ich, kann das doch gar nicht an mir liegen. Was habe ich getan, dass er jetzt so oder so reagiert. Es ist wie mit kleinen Kindern, die ihren ganz eigenen Kopf haben und viele Informationen die wir ihnen geben, gar nicht verarbeiten können. Nur vergisst man das sehr oft, vor allem ich. Dabei habe ich beruflich jeden Tag damit zu tun. Oh man.

Ein Hund ist dann aber doch noch etwas anderes. Als Neu-Hundehalter muss ich quasi eine komplett neue Sprache erlernen, sonst guckt er mich nur doof an und macht, was er will. Das will natürlich keiner, eine gegenseitige Vertrauensbasis ist daher super wichtig und wohl das wichtigste überhaupt in der Hund-Mensch-Beziehung. Das habe ich in den letzten beiden Jahren gelernt.

Marley Golden Retriever
Er sieht die Welt aus einem komplett anderen Blickwinkel als ich.

Der Tag, der mich wachrüttelte…

Ich bin keineswegs jemand, der glaubt, es könne immer alles perfekt laufen. Fehler und unverhoffte Situationen gehören nun mal dazu. Aber an jenem Tag, an dem Marley nochmal Glück hatte, hatte ich mein und sein Glück wohl überstrapaziert. Er hat mich hängen gelassen. Ist stiften gegangen, dabei hatte ich doch extra „vorgesorgt“. Es war laut Augenzeugen so knapp, dass er nicht von einem Auto angefahren wurde, dass ich es am liebsten gleich wieder vergessen will.

Es war das erste Mal, dass es zu solch einer Situation kam. Und ich will sie NIE WIEDER erleben. Ich weiß, das ist eine oft verwendete Ausrede, aber es war wirklich das erste Mal, dass er mich von hinten bis vorne hängen ließ und dabei fast verletzt wurde und wahrscheinlich auch andere verletzt hätte. Ich fühle mich, als hätte mich mein bester Freund reingelegt. Obwohl ich ihn selbst dazu angestiftet habe. Trotzdem hasse ich ihn nicht, ich liebe ihn so sehr, dass es schon weh tut.

Marley ist keineswegs ein Unschuldslamm. Es gab schon einige Situationen, wo er nicht immer hörte und letztlich doch wieder zum Spaziergänger hingelaufen ist. Vieles davon hat seine Ursache in der Anfangsphase, wo er viel mit Pino unterwegs war. Jetzt im Nachhinein weiß ich, dass das damals viel zu viel Zeit war, die er mit Pino verbracht hatte. In den letzten Monaten habe ich deshalb viel und intensiv mit ihm trainiert, auch in Phasen, wo er einfach nur niedlich guckte. Erfolge zeichneten sich schnell ab, er apportierte mit unglaublicher Freude und die Spaziergänger waren in den letzten Wochen sehr oft sehr langweilig. Ich war stolz.


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Er kann so lieb und so niedlich sein. Wörter, die viele Hundehalter kennen und benutzen.

Doch dann kam der Frühling

Kurz nach seinem zweiten Geburtstag war plötzlich vieles anders und er schien vieles vergessen zu haben. Die Frühlingsgefühle machten sich breit in ihm. In unserer Gegend sind eine Menge Hündinnen auf den Wiesen und Felden unterwegs. Und er begann schon am Vortag zu Hause unruhig zu werden. Da war mir schon klar, er wittert die Damen.

Deswegen machten wir es wie im letzten Jahr und gingen einen völlig anderen Weg, von dem ich weiß, dass in diese Richtung keine Hündinnen unterwegs sind. Damit kam er auch gut klar und er war abrufbar. Deshalb und weil ich mich sicher fühlte, leinte ich ihn ab. Wir beschäftigten uns mit dem Dummy und machten Suchspiele. Was wohl mein Fehler war, da ich ihn so erst recht animierte.

Nach einiger Zeit roch er die Damen von der anderen Seite des Tals und war weg. Um auf die andere Seite des Tals zu kommen, dort wo die meisten Hunde täglich unterwegs sind, musste er eine Straße überqueren. Das ist keine einfache Dorfstraße, sondern eine ziemlich viel befahrene Straße. Im Sekundentakt kommen dort die Autos und hin und wieder ein paar LKWs lang. Mir war sofort klar, was passieren würde. Nämlich dass er wohl rüber auf die andere Seite will.

Alles trainieren, dass er an der Straße halt macht und sie nicht überqueren soll, ohne dass ich ihm das erlaube, hatte scheinbar keinen Effekt. Er machte es ja doch. Und ich? Ich mit meiner Sicherheit, die ich anfangs hatte. Ja wo stand ich jetzt. Im Nirgendwo und ich musste zusehen, wie er ins Verderben rennt. Also bin ich hinterher, was ich sonst nicht mache. Ich hatte solche Angst, da ich wusste, dass Ute’s Liebling der Pino auf dieser Straße schon angefahren wurde und nur knapp überlebt hatte.

Golden Retriever Reifenstapel
Das Foto ist leider etwas verschwommen. Aber hier befinden wir uns gerade auf der „sicheren“ Seite des Tals. Auf der anderen Seite des Tals ist die große Grünfläche zu erkennen, wo täglich die total süßen Hundedamen unterwegs sind. Je nachdem wie der Wind weht, ist das für Marley natürlich keine Entfernung, die läufigen Damen dennoch zu riechen.

Ich rief meine Hundefreundinnen an, damit sie Marley eventuell abrufen und ihn festhalten, sollten sie gerade unterwegs sein. Und falls es Marley überhaupt über die Straße schaffen sollte. Er schaffte es. Zwar knapp, aber er schaffte es. Ich konnte es nicht sehen, da er so schnell war und so weit weg war, dass ich quer über ein matschiges Feld rennen musste, um irgendwie hinterher zu kommen.

Drüben angekommen war Marley wie verschollen. Eine Kindergartengruppe spielte gerade auf der Hangwiese, die oft von Hündinnen benutzt wird. Ich hörte sie freudig spielen und dachte mir, dort muss Marley sein. Fehlanzeige. Nichts, er war wie weggeblasen. Ich suchte und suchte. Und ich wurde immer verzweifelter. Ich schloss schon irgendwie ab und rechnete mit dem Schlimmsten, dass er noch einmal zurück zur Straße ist, um zu mir oben auf der anderen Seite des Tals zurückzukehren. Hätte ich stehen bleiben sollen? Hätte ich auf ihn warten sollen? In dieser Situation? Ich weiß es nicht.

Nach einer geschlagenen halben Stunde rief mich Laura, eine total liebe und gute Nachbarin an und nahm mir mit einem Satz die Angst. „Wir haben Marley aufgegriffen!“ Ihr Vater fuhr zufällig unten auf der besagten Straße entlang und erkannte Marley sofort. Er dachte gleich, dass etwas nicht stimmen konnte und schnappte sich Marley und brachte ihn in Sicherheit.

Die Zeit ist reif, dass ich etwas ändere.

Dass ich an mir etwas ändere. Marley ist natürlich ein Rüde und ein Jagdhund obendrein und für seine Triebe kann er nichts, allerhöchstens die Natur kann etwas dafür. Aber solch eine Situation darf es nicht mehr geben. Ich werde als allererstes ein Tabu trainieren, dass er die Hauptstraße bei uns nicht mehr überqueren darf. Außer, ich gehe gemeinsam mit ihm drüber. Ich habe das zwar schon täglich geübt, aber nie richtig ernsthaft. Das werde ich jetzt definitiv ändern und ich weiß auch schon wie. Aber dazu schreibe ich bestimmt noch einmal etwas.

Und, vorerst bleibt er an der kurzen oder langen Leine. Zumindest so lange wie die Gefühle verrückt spielen. Auch über einen Chip, der ihn vorübergehend kastriert, werde ich noch einmal nachdenken. Eigentlich möchte ich nicht, dass er diese Tortur durchmacht. Aber wenn sein Wohl und das Wohl anderer gefährdet ist, muss ich darüber nachdenken. Erst einmal werde ich aber das Training intensivieren und gezielt üben, dass er unter großen Ablenkungen dennoch abrufbar ist.

Das wird schwer genug.

Golden Retriever Marley
Hier hängt er schon an der langen Leine.
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